Heilpraktiker/innen für Psychotherapie sind seit Jahren Teil des psychosozialen und therapeutischen Netzwerks unserer Gesellschaft. War es früher dem Arzt, dem Psychologischen Psychotherapeuten oder dem Vollheilpraktiker vorbehalten, auf dem Gebiet der Heilkunde psychotherapeutisch tätig zu sein, ermöglicht der Gesetzgeber seit 1993 auch Menschen, die aus anderen Berufen kommen oder keinen Universitätsabschluss besitzen, sich beim Gesundheitsamt für die „Erlaubnis der Ausübung der Heilkunde, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie“ überprüfen zu lassen. Diese Überprüfung ist rechtlich gesehen eine Sonderregelung im Rahmen des Heilpraktikergesetzes.

Das erfolgreiche Bestehen erlaubt Ihnen, sich „Heilpraktiker/in für Psychotherapie“, "Psychotherapeutische/r Heilpraktiker/in" oder "Psychologische/r Berater/in“ zu tragen oder Ihre Tätigkeit mit dem Vermerk zu versehen: „Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz“.

Für die berufliche Qualifikation steht Ihnen nach erfolgreicher Prüfung ein weites Feld an effizienten und zeitgemäßen Methoden offen, so z.B. systemische, Trauma-, Gesprächs- oder körperpsychotherapeutische Verfahren, Lösungsorientierte Kurzzeittherapie, Methoden der Energetischen Psychotherapie, Psychodrama, Transaktionsanalyse, Kinesiologie, NLP, Hypnose, Familienaufstellungen, um einige Wesentliche zu nennen.

Die therapeutische Behandlungslandschaft hat sich durch diese Therapie- und Beratungsverfahren dahingehend erweitert, dass eine Klientin / ein Klient nun neben den durch die Krankenkassen finanzierten klassischen Regelverfahren aus einem breiten Spektrum an effizienten und zeitgemäßen Methoden den für sich selbst und seine Problematik am besten geeigneten Weg wählen kann. Oft entfallen durch das breit gefächerte und eher kurzzeittherapeutisch orientierte Angebot lange Wartezeiten.

Das Tätigkeitsfeld ist vielfältig und anspruchsvoll. Heilpraktiker/innen für Psychotherapie können haupt- oder nebenberuflich in eigener psychotherapeutischer Praxis, freiberuflich oder angestellt in Gesundheitszentren, Kliniken, Kureinrichtungen, Beratungsstellen oder anderen Institutionen, in der Erwachsenenbildung oder als Seminarleiter tätig werden.

Mit entsprechender Zusatzqualifikation kann eine Heilpraktiker / in für Psychotherapie therapeutisch oder beratend mit Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern, Paaren und Familien arbeiten und Klienten unter anderem bei persönlichen, Paar-, familiären oder beruflichen Fragen und Problemen, traumatischen Erlebnissen, Krisen, Verlust, Trauer, Trennung oder Scheidung, Selbstwertproblemen, Depressionen und Angststörungen, psychosomatischen Beschwerden oder Schmerzsymptomen, sexuellen Schwierigkeiten, Sucht- und Abhängigkeitsproblematik, bei der Stressbewältigung und Schlafstörungen, sowie bei Konzentrations-, Schul-, Lern- oder Leistungsproblemen fachkundig unterstützen und begleiten.